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Tagträume

 

 

 

 

Astrid Schollenberger, MA

geboren im Sommer 1960

Studium der allgemeinen, historischen und philosophischen Pädagogik, Praktische Philosophie und Kulturanthropologie an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz

Lebt in Hessen und Rheinland-Pfalz

 

„Meine psychologische Erfahrung hat mir immer wieder gezeigt, daß gewisse Inhalte von einer Psyche herstammen, die vollständiger ist als das Bewußtsein. Sie enthalten oft eine überlegene Analyse oder Einsicht oder ein Wissen, welche das jeweilige Bewußtsein nicht hervorzubringen vermöchte. Wir haben ein passendes Wort für solche Vorkommnisse –Intuition. Wenn man es ausspricht, haben die meisten Leute das angenehme Gefühl, als ob damit irgendetwas gesagt wäre. Aber sie ziehen nie in Betracht, daß man eine Intuition nicht macht. Im Gegenteil, sie kommt immer von selbst; man hat einen Einfall, der von selbst entstanden ist, und man kann ihn nur dann erwischen, wenn man schnell genug zur Hand ist.

C.G. Jung, Psychologie und Religion

Begriffe wie Intuition, Bauchgefühl oder siebter Sinn beschreiben also ein anthropologisches Phänomen, das einerseits so selbstverständlich wie allseits bekannt und dabei doch so schwer zu fassen ist. Gibt es einen bewussten Zugang zu diesem ganz persönlichen Navigationssystem im Verborgenen, das immer mehr zu wissen scheint, als man selbst?

Es gibt einen unsichtbaren Arbeitsspeicher in unseren neurologischen Systemen. Hier wandert Wissen hinein – besonders solches, das in irgendeiner Weise mit emotionalen Eindrücken verbunden ist. Umgekehrt lassen sich darüber eigene innere Ressourcen wie Elemente der Persönlichkeitsstruktur aus vorbegrifflichen Ebenen und Erfahrungswissen erschließen. Dieser Speicher ist so groß, dass er durch unser Sprachsystem nicht zu erfassen ist.

 

Der Schlüssel zu den inneren Schätzen ist das Bild. Es ist das Kommunikationsmedium zwischen bewussten und unbewussten Ebenen, zwischen „linker“ und „rechter“ Gehirnhemisphäre, zwischen innerer Wahrnehmung und äußerer Welt.

Ein-sichten sind symbolischer Natur und daher über-personal.

 

Die Arbeiten meiner diesjährigen Ausstellung mit der Gruppe Impuls[e] Alzey sind überwiegend Drucke von Zeichnungen. Skizzenhaft, spontan, nicht überarbeitet. Es sind alles Visualisierungen, Vorstellungsbilder konzentrativ und imaginativ hervorgerufen. Objektivationen. Ich nenne sie Tagträume.

Der Weg lässt sich aber ebenso umkehren:

Die Bilder sind die Vorlage zum Assoziieren. Gehen Sie hinein in ein Bild, das Sie anspricht. Lassen Sie sich führen von Linien und Formen. Schauen Sie dabei ihren Gedanken zu. Die Frequenz der Gehirnwellen verändert sich beim Spielen mit den Zeichnungen. „Flow“ nennt die Psychologie das Phänomen, „Doodeln“ nennt es das Internet.

Mach‘ Dir ein Bild.

Damit das auch ganz praktisch werden kann, gibt es ein Malbuch mit 50 Zeichnungen, die alle seit der letzten Ausstellung im Januar 2016 entstanden sind.

 

https://www.amazon.de/Tagtraum-Astrid-Schollenberger/dp/1541076877/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1484479257&sr=8-1&keywords=astrid+schollenberger

Ausstellungseröffnung Alzeyer Künstlergruppe Impuls[e]

 

Vernissage ist am Samstag, dem 21. Januar 2017, um 18 Uhr,
in der Galerie im Burggrafiat der Stadt Alzey, Schlossgasse 11

Die Ausstellung dauert vom 22. Januar bis zum 19. Februar 2017.

Öffnungszeiten:
Mo und Do 16-18 Uhr, Mi und Sa 10-12 Uhr, So und Feiertag 14-18 Uhr
Der Eintritt zur Vernissage sowie der Ausstellung ist kostenlos.

 

http://www.impuls-e.de/

 

Up-Cycling

Zur Erinnerung

Am kommenden Samstag

21. Mai 2016

findet beim Volksbildungswerk Nordenstadt-Delkenheim in Nordenstadt mein aktuelles Seminar statt:

Up-Cycling

 

 

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Für Großeltern und Urgroßeltern war es noch völlig selbstverständlich nichts wegzuwerfen, was noch anderweitig verwendet werden konnte. Seit den 1970er Jahren gibt es dafür den Begriff des „Re-Cyclings“: wieder in den Kreislauf integrieren. Modernes Recycling geht oft einher mit einer qualitativen Abwertung („Down-Cycling“) des entsprechenden Rohstoffs, insbesondere bei Kunststoffen ist dies der Fall. „Up-Cycling“ hingegen bedeutet das Aufwerten von Abfallprodukten, beim Überführen in hochwertigere Produkte. Der Kurs möchte anregen die kreative Komponente in alltäglichen so genannten Abfallprodukten zu entdecken und nützliche und künstlerische Gegenstände daraus herzustellen.

Themenschwerpunkt: Plastiktüten.

Bitte mitbringen:

Plastiktüten aller Art und Beschaffenheit, mehrere Lagen Backpapier, Heißkleber oder für Kunststoffe geeignete Kleber, Schere, Wäscheklammern, Bügeleisen, altes großes Badehandtuch oder Bettlaken mehrmals gefaltet als Bügelunterlage.

21.05.2016

09:00 – 17:00 Uhr

€ 45

Volksbildungswerk Nordenstadt-Erbenheim-Delkenheim

vbw, Haus der Vereine,  Schulungsraum 1,  Turmstr. 11

http://www.vbw-wiesbaden-ost.de/index.php?id=92&kathaupt=11&knr=161-44016N&kursname=Up-Cycling+5-9+Tln

 

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Back again

 

Ich war unterwegs im eigenen Land

Das Land war wie ein fremdes Land

und doch war es mir ein vertrautes Land

Es war wie eine Rückkehr in das Land meiner Kindheit

Gepflegte Häuser und Gärten mit Obst und Gemüse

Weite ungestörte Landschaften und Plätze der Stille

Menschen, wo auch immer, einfach, freundlich mit Freude an der Arbeit und Stolz auf das Regionale

Da hatte ich auch wieder das Gefühl –

das ist mein Land

 

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Teil 9: Wilhelm Dilthey (1833-1911)

Sowohl der Artikel als auch der Blog von Johanna Sailer sind sehr interessant.
Wilhelm Dilthey ist quasi nebenan von meiner Wahlheimat Mainz-Kastel geboren in Biebrich am Rhein. Seine Philosophie hat mich in meinem eigenen Pädagogik- und Philosophiestudium lange begleitet. Diltheys Erkenntnistheorie von Erlebnis – Ausdruck- Verstehen ist eine der theoretischen Grundlagen meiner Arbeiten zur Persönlichkeitsentwicklung. „Die im Erleben erschlossene Innenwelt der Subjekte ist eine Welt: Wer sich in die Innerlichkeit des eigenen oder, nachvollziehend, des fremden Erlebens versenkt, findet dort nach Dilthey nicht nur Psychisch-Individuelles vor, sondern den objektiven Geist.“* Er stellte immer deutlicher heraus, dass nicht die Erlebnisse selbst, sondern nur ihre objektivierten Ausdrücke verstanden werden können. Objektivationen sind zum Beispiel Texte und Bilder.
*Matthias Jung : Dilthey zur Einführung

Vernissage „Rheinhessische Impuls(e)“ am 16. Januar 2016

Einladung zur Vernissage in den Ausstellungsräumen der  Galerie der Stadt Alzey  im Burggrafiat, Schlossgasse 11

Hier der Flyer zur Einladung:

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Hier geht es zur Homepage der Künstlergruppe Impuls(e):

http://www.impuls-e.de/

Hier gibt es den dazugehörigen Artikel in diesem Blog:

http://astridschollenberger.com/2015/05/03/impulse-ausstellung-2016/

Ich würde mich freuen, Sie/Euch zahlreich begrüßen zu dürfen.

 

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Der Sauerteig, das Leben und der ganze Rest

Seit nunmehr zwei Wochen stand der Ansatz für den Sauerteig wohlbehütet in seiner Wärmequelle. Das Roggenmehl war mit lauwarmem Wasser angerührt worden. Liebevoll wurde jeden Tag etwas frisches Wasser und Mehl hinzugefügt, sorgfältig umgerührt und das Gefäß behutsam erneut in die Wärme geschoben. Dennoch lässt sich beim besten Willen dieses graue, saure und dünnflüssige Etwas nicht als Sauerteig bezeichnen. „Es funktioniert doch sonst auch immer so.“ Eine Stimmung der Verzweiflung beginnt sich auszubreiten. Was ist passiert?

Wer das Glück hat auf dem Dorf aufgewachsen zu sein, hat möglicherweise die natürlichen Jahresrhythmen noch kennen gelernt. Ich denke dabei nicht an die zyklisch wiederkehrenden Winzer-, Oktober- und sonst wie Massensauffeste, obwohl die durchaus noch letzte Relikt davon enthalten. Sondern gemeint sind die Prozesse von Pflügen, Säen, Wachsen und Ernten, dem Wechsel von hoher Energie und Aktivität zu Ruhe. Der Sauerteig braucht Energie, um die Lebensprozesse zu aktivieren und das Brot muss später ruhen, damit es Zeit hat Blasen zu entwickeln und aufzugehen. Offensichtlich lassen sich noch nicht alle Lebensprozesse mechanisch ersetzen. Selbst jenseits jeglicher Romantik existieren diese Vorgänge – auch wenn nicht mehr in Weidekörben und Hanfsäcken gesammelt wird, sondern die automatischen Vollernte-Maschinen über die Äcker rollen.

Das Erlebnis mit dem lieben Freund und wirklich hervorragenden Bäcker zeigt mir wieder einmal deutlich, die natürlichen Kräfte walten doch, ob wir sie bewusst wahrnehmen oder nicht, ob wir sie kennen oder nicht. So sehr wir uns auch anstrengen, die Natur und ihre Prozesse zu leugnen, zu verdrängen zu zerstören, so sehr wirken sie dennoch – auch hinein in ein entseeltes Wirtschaftssystem, in Werkhallen, in dauerbeleuchtete Städte und Büros.

In der Zeit vor Weihnachten sind die Tage kurz und die Nächte lang. Der Antrieb, neue Projekte zu beginnen gering und die Sehnsucht nach dem großen Ohrensessel am Kamin oder der Sauna mit Massage nimmt beständig zu. Ebenfalls zu nimmt die charakteristische Stimmung von gehetzt, übel gelaunt und missmutig; besonders von Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Kaufhäusern und ähnlichen menschlichen Begegnungsknotenpunkten. Schnell muss noch jeder Geschäftspartner gegrüßt, eine Adventsfeier organisiert werden und die Wohltätigkeitsveranstaltung wartet auch noch auf den Besuch, weil sich die Geldbörsen, an diesen Tagen besonders leicht und weit öffnen lassen.

Ganz dringend muss noch der Liebesbeweis für Weihnachten käuflich erstanden werden. Da greift man schon mal tief in die Tasche, um die Zeit, die man sich n i c h t genommen hat in Barem zurückzuzahlen.

Das ganze Jahr über lassen sich Nachlässigkeiten oder Fehler verzeihen, nicht so an Weihnachten – dem Fest der Liebe und des Friedens mit der höchsten Selbstmordrate und Rückfallquote bei Suchtkranken.

Es sind keine 100 Jahre her, dass sehr viel mehr Menschen in landwirtschaftlichen geschlossenen Ökosystemen lebten. Da wurde diese Jahreszeit ganz anders begangen:

Die Vegetationsperiode geht zu Ende, die Lebensenergie nimmt ab. Die Feldarbeiten sind abgeschlossen, das Schwein und die Gänse geschlachtet, die Bienenstöcke eingewintert, so dass die Keller und Vorratskammern für die Menschen gefüllt sind und genügend Futter für die überwinternden Nutztiere vorhanden ist. Jetzt werden die Werkzeuge und Gartengeräte überholt und die Wolle gesponnen und verarbeitet. Wenn die Weiden nicht bereits vollständig zu Körben verflochten sind, werden sie eingeweicht und verarbeitet. Man rückte wieder um den Herd zusammen. Befeuert war meist nur der in der Küche, der zum Zubereiten der Mahlzeiten, zum Erwärmen des Wassers und zum Konservieren der verschiedensten Lebensmittel verwendet wurde.

Jetzt wurde es früh dunkel und das Arbeiten bald eingestellt, weil künstliche Beleuchtung bares Geld kostete, das in diesen bäuerlichen Systemen rar war. Übrigens gab es im Hunsrück z. B. bis in die 1960er Jahre hinein eine funktionierende Tauschwirtschaft.

Die Adventszeit ist eine traditionelle Fastenzeit. Das Gebäck aus weißem Mehl mit Mandeln, Nüssen und Gewürzen kommt den Bedürfnissen nach geringerer körperlicher Belastung entgegen und liefert doch das notwendige Fett gegen die Kälte. Das Leben und die Aktivitäten in Natur nahen Lebenssystemen richten sich nach den äußeren Gegebenheiten und da wird alles ein bisschen langsamer.

Die Impulse sich zurückzuziehen und der altmodisch gewordene Begriff der „Besinnung“ gründen alle in demselben Phänomen:

Vom 21sten auf den 22sten Dezember steht die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis der anderen Erdhälfte. Auf der Nordkugel der Erde – also auch in unseren Breitengraden (50°) – ist Winter-Sonnwende. Dieser Zeitpunkt markiert den Beginn des astronomischen Winters. Zur Wintersonnenwende erreicht die Sonne im Jahreslauf ihren tiefsten Stand in Bezug auf den Meridiandurchgang. Jetzt folgt dem kürzesten Tag die längste Nacht, weil der größere Teil der täglichen Sonnenbahn unterhalb des Horizonts liegt.

Das Jahr und mit ihm das Licht stirbt in dieser Nacht.

In alten Erzählungen heißt es, die kosmischen Wirkungen brauchten zwei Tage bis sie auf die Erde treffen. Am 24sten Dezember also wird in der „Heiligen Nacht“ das Neue geboren. Die Kirchenväter haben offensichtlich geschickt agiert, in dem sie die Natursymbolik aufgegriffen haben und ihr die christliche Bedeutung gaben. Die Geburt des Christuskindes ist damit auch symbolisch eingebettet in den natürlichen Jahresrhythmus. Der Heiland, das Licht der Welt wird geboren, wenn die Nacht am längsten und am tiefsten ist.

Und wie das so ist mit Neugeborenen, sie sind sehr empfindlich. Deshalb hat man in der alten Zeit dieser empfindlichen Phase des Jahres, in der die kosmische Strahlung sehr hoch sein soll, einen Namen gegeben. Man nennt sie die „Rauhnächte“. Sie dauern bis zum 5. Januar und werden mit verschiedenen vorsorgenden Ritualen versehen. Eines davon ist das Räuchern. Das steckt in dem Namen mit drin. Es sind die Nächte, in denen geräuchert wird. Das Verbrennen verschiedener getrockneter Kräuter oder auch von Tannen hat eine reinigende und desinfizierende Wirkung und kommt auch dem Gemüt zugute. Außerdem sollte es böse Geister vertreiben, die in dieser Zeit bevorzugt durch die Luft schwirren. Danach, am 6. Januar, gehen die Sternsinger durch das Land und schließen die Reihe der heiligen Nächte und Tage ab.

Wo geräuchert wird ist es meist gemütlich. Licht von Bienenwachskerzen soll angeblich das Meditieren unterstützen. Vielleicht gelingt es ja in diesem Jahr, tief in der Stille die Ehrfurcht vor dem Leben zu spüren und zu begreifen, dass es ein Teil dessen ist, was in allen Religionen unter „heilig“ verstanden wird.

Wallis Islandpferdehof

Der Geruch war mir vertraut. Er weckte Erinnerungen an große Töpfe mit Pflaumenmus und frisch gebackenem Vollkornbrot. Bereits beim Überqueren der Schwelle des schönen alten niedersächsischen Bauernhauses wurde ich freundlich empfangen von einer heimeligen Atmosphäre, die mich überraschte. Der Duft von Holzfeuer hing in der Luft.

In der Nacht zu Allerheiligen, Samhain oder Halloween – die gegenwärtig populäre angloamerikanische Version dieses Jahreskreisfestes – beginnt die dunkle und kalte Zeit des Jahres. Wenn draußen die ersten anhaltenden Nebel ziehen, die kalte Feuchtigkeit in alle Poren kriecht, dann wird wieder spürbar, warum der Herd als der Mittelpunkt des Hauses und der Familie seit Menschengedenken seine heilige Bedeutung hat. Die Feuerstelle ist in allen Kulturen beseelt von Göttinnen, Schutzheiligen oder sonstigen transzendenten und mythischen Gestalten. Am heimischen Herd ist traditionell die Hausmacht der Frauen lokalisiert, den Hüterinnen des Herdfeuers und Beschützerinnen der Geschöpfe, die auf dem Anwesen leben und weben.

Hier in Fürstenau auf dem Islandpferdehof von Waltraud (Walli) Theismann ist der Holzherd in der Mitte der Küche nicht nur aussagekräftiges Symbol für ihr Wirken, sondern auch lebendiges Zentrum. Auf dem schönen, alten, emaillierten Eisenherd mit durchgängiger Eisenherdplatte und einer Feuerstelle mit herausnehmbaren Ringen kann direkt über dem Feuer gekocht werden. Verchromte Ränder an den Ofentürchen und dem Backofen, die umlaufende polierte Metallstange, ein auffallender, glänzender Wasserbehälter – das Wasserschiff zeichnen diesen Herd als besonderes Schmuckstück aus.

Er steht aber nicht nur zur Dekoration in der auch modernen Küche, sondern hier werden die Früchte des Jahres zu wunderbaren Marmeladen verarbeitet. Blaubeermarmelade, die Beeren in den angrenzenden Wäldern gepflückt – mein absoluter Favorit!

Über der Sitzbank hinter dem schweren Holztisch hängen an der Wand Tellerregale, in denen die irdenen Suppenteller aufgereiht stecken, damit der poröse Scherben nach dem Spülen austrocknen kann. Auf den rundum laufenden Regalbrettern stehen formschöne alte Tonkrüge dicht an dicht. In den unterschiedlichen Zimmern im Haus gibt es viele ausgefallene Naturholzschränke und -möbel. Den Wohnbereich nur als gemütlich zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht werden. Jedes Detail zeugt von der hingebungsvollen Liebe und Freude eines Ehepaares, das sich einen Traum erfüllte und sein Paradies gefunden hat.

Das Paradies auf Erden ist leider endlich und der Ehemann vor wenigen Jahren überraschend gestorben. Seitdem vermietet Walli Zimmer mit Frühstück an Feriengäste. In den traditionell freistehenden Ställen und Nebengebäuden der Bauernschaft am Hamberg gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten für vierbeinige Gäste: Pferde und Hunde sind willkommen.

Waltraud Theismann

Am Hamberg 22 ,

49584 Fürstenau

Tel.: 05901-4598

mobil: 0172-1595388

 http://wallis-islandpferdehof.de.tl/

Hier anschließend meine Eindrücke ausgedrückt in Aquarell.

 

 

Bei Walli 1, Aquarell 24 x 32cm
Bei Walli 1, Aquarell 24 x 32cm

 

 

Bei Walli 2, Aquarell 24 x 32 cm
Bei Walli 2, Aquarell 24 x 32 cm

 

 

 

Bei Walli 3, Aquarell 24 x 32 cm
Bei Walli 3, Aquarell 24 x 32 cm

 

 

Bei Interesse an den Bildern bitte über „Kontakt“ rückmelden.

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Hans-Peter Dürr: Das Lebende lebendiger werden lassen

Wir halten immer noch fest an einem veralteten mechanistischen Weltbild aus dem 17ten und 18ten Jahrhundert. Wahrscheinlich, weil das Modell so sehr erfolgreich war. Die Zeit der Industriellen Revolution und die Wende in eine Form des Kapitalismus brachten in ungeahnter Geschwindigkeit ebensolche Fortschritte. Der Auftrag der abendländischen Konfessionen „Macht Euch die Erde untertan“, konnte damit eingelöst werden. Die „Protestantische Wertethik und der Geist des Kapitalismus“, wie Max Weber darstellte, trug ihren entscheidenden Teil dazu bei. Die gegenwärtige Form des Kapitalismus ist meiner Einschätzung nach allerdings darüber bereits weithinaus. Von Ethik im Zusammenhang damit zu sprechen, ist mir nicht mehr möglich. Persönliche Macht und die Handhabe sich gnadenlos zu bereichern und zu bedienen, wurden damit möglich. Die Ökonomie unseres Planeten liegt in der Hand einiger weniger Konzerne und Banken und der Spielsucht der Börsenspekulanten, die zunehmend als Normalität ja sogar Notwendigkeit propagiert wird, um auch noch die letzten Cent in den großen Topf der Gier zu tröpfeln.

Einseitige Anklagen sind nicht meine Absicht. Natürlich bewundere und genieße ich auch viele der technischen Fortschritte und wende sie selbst an. Mein Anliegen ist es nicht, die Technik zu verteufeln, sondern ein Bewusstmachen der Haltung, die dahinter liegt und den Umgang damit. „Das Gefährliche ist nicht die Technik. Es gibt keine Dämonie der Technik, wohl dagegen das Geheimnis ihres Wesens.“ 1) So sehr ich Martin Heidegger für seine Sprachkreationen in „Sein und Zeit“ in meinem Studium verflucht habe, so sehr hat er Recht behalten. Wenn ich den Rhein nur noch als Transportweg für meine industriellen Güter sehe, und dabei ausschließlich meine wirtschaftlichen Komponenten in Betracht ziehe, interessiert es mich nicht, wieviel Feinstaub die Dieselmotoren der Lastkähne produzieren oder was mit den angrenzenden Infrastrukturen und den Lebewesen, die da zuhause sind passiert. Vor allem bemerke ich aber nicht, was mit meinem Denken passiert, welche Wege ich einschlage. Führen mich diese Wege in Bereiche der Selbsterkenntnis und näher an die Wahrheit oder verbergen Sie diese mit jedem Schritt.

Die Art und Weise wie wir etwas sehen und damit umgehen, ist der entscheidende Ansatz. Die Einheit mit allem ist Bestandteil vieler religiöser, spiritueller Anschauungen. Der Artikel von Hans-Peter Dürr nimmt erfreulich aus naturwissenschaftlicher Perspektive dieses Thema auf. Es ist der Abgesang auf das materielle Denken, das ein Bewusstsein der Trennung generiert. Hier werden die Grenzen durchlässig.

1) Martin Heidegger (1954): Vorträge und Aufsätze. Die Frage nach der Technik .Pfullingen: Verlag Günther Neske, S. 13-44.