Archiv der Kategorie: Weisheit Wahrheit Spiritualität

Der Sauerteig, das Leben und der ganze Rest

Seit nunmehr zwei Wochen stand der Ansatz für den Sauerteig wohlbehütet in seiner Wärmequelle. Das Roggenmehl war mit lauwarmem Wasser angerührt worden. Liebevoll wurde jeden Tag etwas frisches Wasser und Mehl hinzugefügt, sorgfältig umgerührt und das Gefäß behutsam erneut in die Wärme geschoben. Dennoch lässt sich beim besten Willen dieses graue, saure und dünnflüssige Etwas nicht als Sauerteig bezeichnen. „Es funktioniert doch sonst auch immer so.“ Eine Stimmung der Verzweiflung beginnt sich auszubreiten. Was ist passiert?

Wer das Glück hat auf dem Dorf aufgewachsen zu sein, hat möglicherweise die natürlichen Jahresrhythmen noch kennen gelernt. Ich denke dabei nicht an die zyklisch wiederkehrenden Winzer-, Oktober- und sonst wie Massensauffeste, obwohl die durchaus noch letzte Relikt davon enthalten. Sondern gemeint sind die Prozesse von Pflügen, Säen, Wachsen und Ernten, dem Wechsel von hoher Energie und Aktivität zu Ruhe. Der Sauerteig braucht Energie, um die Lebensprozesse zu aktivieren und das Brot muss später ruhen, damit es Zeit hat Blasen zu entwickeln und aufzugehen. Offensichtlich lassen sich noch nicht alle Lebensprozesse mechanisch ersetzen. Selbst jenseits jeglicher Romantik existieren diese Vorgänge – auch wenn nicht mehr in Weidekörben und Hanfsäcken gesammelt wird, sondern die automatischen Vollernte-Maschinen über die Äcker rollen.

Das Erlebnis mit dem lieben Freund und wirklich hervorragenden Bäcker zeigt mir wieder einmal deutlich, die natürlichen Kräfte walten doch, ob wir sie bewusst wahrnehmen oder nicht, ob wir sie kennen oder nicht. So sehr wir uns auch anstrengen, die Natur und ihre Prozesse zu leugnen, zu verdrängen zu zerstören, so sehr wirken sie dennoch – auch hinein in ein entseeltes Wirtschaftssystem, in Werkhallen, in dauerbeleuchtete Städte und Büros.

In der Zeit vor Weihnachten sind die Tage kurz und die Nächte lang. Der Antrieb, neue Projekte zu beginnen gering und die Sehnsucht nach dem großen Ohrensessel am Kamin oder der Sauna mit Massage nimmt beständig zu. Ebenfalls zu nimmt die charakteristische Stimmung von gehetzt, übel gelaunt und missmutig; besonders von Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln, Kaufhäusern und ähnlichen menschlichen Begegnungsknotenpunkten. Schnell muss noch jeder Geschäftspartner gegrüßt, eine Adventsfeier organisiert werden und die Wohltätigkeitsveranstaltung wartet auch noch auf den Besuch, weil sich die Geldbörsen, an diesen Tagen besonders leicht und weit öffnen lassen.

Ganz dringend muss noch der Liebesbeweis für Weihnachten käuflich erstanden werden. Da greift man schon mal tief in die Tasche, um die Zeit, die man sich n i c h t genommen hat in Barem zurückzuzahlen.

Das ganze Jahr über lassen sich Nachlässigkeiten oder Fehler verzeihen, nicht so an Weihnachten – dem Fest der Liebe und des Friedens mit der höchsten Selbstmordrate und Rückfallquote bei Suchtkranken.

Es sind keine 100 Jahre her, dass sehr viel mehr Menschen in landwirtschaftlichen geschlossenen Ökosystemen lebten. Da wurde diese Jahreszeit ganz anders begangen:

Die Vegetationsperiode geht zu Ende, die Lebensenergie nimmt ab. Die Feldarbeiten sind abgeschlossen, das Schwein und die Gänse geschlachtet, die Bienenstöcke eingewintert, so dass die Keller und Vorratskammern für die Menschen gefüllt sind und genügend Futter für die überwinternden Nutztiere vorhanden ist. Jetzt werden die Werkzeuge und Gartengeräte überholt und die Wolle gesponnen und verarbeitet. Wenn die Weiden nicht bereits vollständig zu Körben verflochten sind, werden sie eingeweicht und verarbeitet. Man rückte wieder um den Herd zusammen. Befeuert war meist nur der in der Küche, der zum Zubereiten der Mahlzeiten, zum Erwärmen des Wassers und zum Konservieren der verschiedensten Lebensmittel verwendet wurde.

Jetzt wurde es früh dunkel und das Arbeiten bald eingestellt, weil künstliche Beleuchtung bares Geld kostete, das in diesen bäuerlichen Systemen rar war. Übrigens gab es im Hunsrück z. B. bis in die 1960er Jahre hinein eine funktionierende Tauschwirtschaft.

Die Adventszeit ist eine traditionelle Fastenzeit. Das Gebäck aus weißem Mehl mit Mandeln, Nüssen und Gewürzen kommt den Bedürfnissen nach geringerer körperlicher Belastung entgegen und liefert doch das notwendige Fett gegen die Kälte. Das Leben und die Aktivitäten in Natur nahen Lebenssystemen richten sich nach den äußeren Gegebenheiten und da wird alles ein bisschen langsamer.

Die Impulse sich zurückzuziehen und der altmodisch gewordene Begriff der „Besinnung“ gründen alle in demselben Phänomen:

Vom 21sten auf den 22sten Dezember steht die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis der anderen Erdhälfte. Auf der Nordkugel der Erde – also auch in unseren Breitengraden (50°) – ist Winter-Sonnwende. Dieser Zeitpunkt markiert den Beginn des astronomischen Winters. Zur Wintersonnenwende erreicht die Sonne im Jahreslauf ihren tiefsten Stand in Bezug auf den Meridiandurchgang. Jetzt folgt dem kürzesten Tag die längste Nacht, weil der größere Teil der täglichen Sonnenbahn unterhalb des Horizonts liegt.

Das Jahr und mit ihm das Licht stirbt in dieser Nacht.

In alten Erzählungen heißt es, die kosmischen Wirkungen brauchten zwei Tage bis sie auf die Erde treffen. Am 24sten Dezember also wird in der „Heiligen Nacht“ das Neue geboren. Die Kirchenväter haben offensichtlich geschickt agiert, in dem sie die Natursymbolik aufgegriffen haben und ihr die christliche Bedeutung gaben. Die Geburt des Christuskindes ist damit auch symbolisch eingebettet in den natürlichen Jahresrhythmus. Der Heiland, das Licht der Welt wird geboren, wenn die Nacht am längsten und am tiefsten ist.

Und wie das so ist mit Neugeborenen, sie sind sehr empfindlich. Deshalb hat man in der alten Zeit dieser empfindlichen Phase des Jahres, in der die kosmische Strahlung sehr hoch sein soll, einen Namen gegeben. Man nennt sie die „Rauhnächte“. Sie dauern bis zum 5. Januar und werden mit verschiedenen vorsorgenden Ritualen versehen. Eines davon ist das Räuchern. Das steckt in dem Namen mit drin. Es sind die Nächte, in denen geräuchert wird. Das Verbrennen verschiedener getrockneter Kräuter oder auch von Tannen hat eine reinigende und desinfizierende Wirkung und kommt auch dem Gemüt zugute. Außerdem sollte es böse Geister vertreiben, die in dieser Zeit bevorzugt durch die Luft schwirren. Danach, am 6. Januar, gehen die Sternsinger durch das Land und schließen die Reihe der heiligen Nächte und Tage ab.

Wo geräuchert wird ist es meist gemütlich. Licht von Bienenwachskerzen soll angeblich das Meditieren unterstützen. Vielleicht gelingt es ja in diesem Jahr, tief in der Stille die Ehrfurcht vor dem Leben zu spüren und zu begreifen, dass es ein Teil dessen ist, was in allen Religionen unter „heilig“ verstanden wird.

Religion, Religionen, Religiosität

Die einen sagen: „Religion ist Opium für’s Volk“, die anderen „Religion ist Psycho-Hygiene“. Das eine klingt nach ziemlich benebelt und beschreibt eher das Gegenteil von dem, worum es geht und das andere nach „Vergiss nicht die Fußnägel zu reinigen“. Beides sind mit Sicherheit Phänomene, die im Zusammenhang mit dem Begriff ‚Religion‘ stehen und durchaus zurecht assoziiert werden. Religion ist eine der häufigsten Ursachen für Kriege. Religion ist selbst in unserer doch so modernen und globalisierten Welt offensichtlich ein brisantes Thema. Nur weil Missbrauch mit etwas getrieben wird, muss es noch lange nicht vom Ursprung her schlecht sein, unter Umständen gerade deshalb das Gegenteil.

Der Begriff ‚Religion‘ kennt keine exakte Definition.

Eine eindeutige Verwendung im deutschen Sprachgebrauch ist die Redewendung ‚die Religionen der Welt‘. Gemeint sind damit die Überbegriffe wie Christentum, Hinduismus, Islam. Wenn in der Schule ‚Religion‘ unterrichtet wird, ist der Unterricht geteilt nach Konfessionen. Es gibt in der Regel evangelische und katholische Religion und wenn da jemand nicht rein passt oder nicht rein will, gibt es ‚Ethik‘. Das Unterrichtsfach wird dann zu einem Sammelbecken unterschiedlichster Motive und hat die Aufgabe Richtlinien für soziales Verhalten zu vermitteln.

Das Wort ‚Religion‘ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet laut Duden: religio = Gottesfurcht, Herkunft ungeklärt; in der christlichen Theologie häufig gedeutet als (Zurück)bindung an Gott, zu lateinisch religare = zurückbinden

Etymologisch betrachtet gibt es drei Verben, auf die die Bedeutungen des Begriffs Religion „religio“ zurückgeführt werden:

  • relegere: wieder durchgehen, es bezieht sich auf die äußere Einhaltung der rituellen Pflichten im römischen Reich.

  • re-eligere: wieder wählen, erhält seine Bedeutung aus dem Einfluss des Christentums, durch die Erweiterung der kultischen Handlungen um den Aspekt einer personalen Beziehung zu Gott.

  • religare: rück-binden als eine Wiederherstellung des ursprünglichen Gottesverhältnisses nach dem Sündenfall.

Im wissenschaftlichen Diskurs ist die Betrachtungsweise „Religion als kulturelle Erscheinung bzw. als ein im Umkreis des menschlichen Geistes vorkommendes Phänomen“ zu sehen, die Basis für weitere Differenzierungen.[1] Als Zuständigkeit der Theologie kristallisieren sich „die Vorstellungen die Menschen über Gott entwickelt haben“[2] heraus. Vertreter der Religionssoziologie wie Durkheim, Weber oder Marett sehen die funktionale Aufgabe von Religion als emotionale und rationale Bewältigung von Krisensituationen bevorzugt in Gemeinschaft. ‚Krise‘ in diesem Zusammenhang meint sowohl die elementaren Themen wie Krankheit, Tod, und außeralltägliche, gefährliche, unerwartete oder übermächtige und übernatürliche bzw. transzendente menschliche Erfahrungsdimensionen.

„Was man gewöhnlich und im allgemeinen ‚Religion‘ nennt, ist zu einem so erstaunlichen Grade ein Ersatz, daß ich mich ernsthaft frage, ob diese Art von Religion, die ich lieber als Konfession bezeichnen möchte, nicht eine wichtige Funktion in der menschlichen Gesellschaft habe. Sie hat den offensichtlichen Zweck, unmittelbare Erfahrung zu ersetzen durch eine Auswahl passender Symbole, die in ein fest organisiertes Dogma und Ritual eingekleidet sind.“ [3]

„Konfessionen sind kodifizierte und dogmatisierte Formen ursprünglicher religiöser Erfahrungen. Die Inhalte der Erfahrung sind geheiligt und in der Regel starr geworden in einem unbeugsamen, oft komplizierten Gedankengebäude. Die Ausübung und Wiedererzeugung der ursprünglichen Erfahrung sind zum Ritus und zu einer unveränderlichen Institution geworden.“ [4]

In dem Text ‚Ein Tropfen aus der Verdammnis‘ schreibt Béla Hamvas[5]: “Ich bin nicht fromm, aber alle wichtigen Ereignisse waren religiös.“[6] „Das wovon wir reden und was wir versuchen wollen einigermaßen anzugeben, nämlich zu Gefühl zu bringen, lebt in allen Religionen als ihr eigentlich Innerstes ohne es wären Sie garnicht Religion.“[7] Rudolf Otto versucht in seinem Buch „Das Heilige“ eine sprachliche Annäherung an das eigentlich Innerste, das religiöse Gefühl. Auf Otto gehen grundlegende religionswissenschaftliche Begriffe wie das Numinose und das Kreaturgefühl zurück.

Carl Gustav Jung berichtet in seinen Publikationen und Vorträgen vielfältig aus seiner Arbeit, wobei deutlich wird, dass das Thema Religion eine existenziell anthropologische Kategorie ist, die in menschliche Tiefendimensionen reicht.

„In meinem Beruf bin ich einigen Menschen begegnet, welche solch eine unmittelbare [Anm.: religiöse] Erfahrung gehabt haben und sich der Autorität kirchlicher Entscheidung nicht unterwerfen wollten oder konnten. Ich mußte sie durch Krisen und leidenschaftliche Konflikte begleiten, durch die Angst vor dem Wahnsinn, durch verzweifelte Verwirrungen und Depressionen, die zugleich grotesk und furchtbar waren, so daß ich völlig überzeugt bin von der außerordentlichen Wichtigkeit des Dogmas und des Rituals zum mindesten als Methode geistiger Hygiene. Wenn der Patient ein praktizierender Katholik ist, rat ich ihm ohne Ausnahme zu beichten und zu kommunizieren, um sich vor der unmittelbaren Erfahrung zu schützen, die leicht zuviel für ihn werden könnte.“ [8] Religion ist die Frucht und der Höhepunkt der Vollständigkeit des Lebens, d.h. eines Lebens, welche beide Seiten [Anm. A.S.: bewusste sowie unbewusste Seite] enthält.“ [9]

Auch für Béla Hamvas ist es völlig klar: „Menschen ohne Religion gibt es nicht.“[10] Selbst die Atheisten gehören zu einer Religion, aber einer schlechten. Dazu an anderer Stelle vielleicht einmal mehr. Religion erweist sich für Hamvas nicht als ein Akt des Glaubens, sondern „ist eine existentielle Situation und zwar nicht die Lösung, sondern das Problem, oder was auf dasselbe hinausläuft: die dramatische Spannung zwischen dem, was Wirklichkeit und dem, was das Jenseits ist. Die religiöse Existenz ist nie das eine oder das andere, nie nur Realität von Geburt-Wachstum-Tod, die Welt des Entstehens-Vergehens, und nie nur Unsterblichkeit, Auferstehung, Unvergänglichkeit, Jenseits, sondern, stets beides zugleich. Ein religiöses Leben zu führen, bedeutet den Kampf zwischen der Wirklichkeit des Entstehens-Vergehens und der Leidenschaft des jenseitigen Lebens zu durchleben. Religiöse Existenz ist es, wenn sich die vergängliche Welt und die Unvergänglichkeit in jemanden gegenüberstehen und miteinander ringen […] Die religiöse Haltung entspringt also keinem Wissen um die Vergänglichkeit oder um die Unsterblichkeit, sondern der dramatischen Situation, die zwischen diesen beiden letzten Seinsmöglichkeiten entstanden ist.“[11]

 

 [1]  Heil, Joachim [2010] : Was ist „Religion“? Eine Einführung in unser wissenschaftliches Reden über Religion. In: Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik (IZPP)Ausgabe 1/2010, Themenschwerpunkt „Religion und Religiosität“. http://www.izpp.de/ausgabe_2-2010.html. 17.04.2015, 22:53

[2] Heil 2010, S. 3

[3] Jung, Carl Gustav (19624) [1937]: Psychologie und Religion: Terry Lectures 1937 gehalten an der Yale University, Zürich: Rascher Verlag, S.54

[4] Jung, Psychologie und Religion, S. 13

[5] Hamvas, Béla: [1999]: Philosophie des Weins. Aus dem Ungarischen von Hans Skirecki. Herausgegeben von Gerhard Wehr. Editio Marika Marghescu: Grafing

Aus dem was an biographischen Bruchstücken des ungarischen Schriftstellers und Philosophen noch zur Verfügung steht, geht hervor, dass er 1935 einen geistigen Zirkel gründete, dem zahlreiche Autoren und Philosophen angehörten. Es war der sogenannte Inselkreis, der bis 1939 existierte und insbesondere antikes Gedankengut erhalten und verbreiten wollte. Hamvas übersetzte zu dieser Zeit griechische Schriften. Karl Kerényi war ebenfalls Mitglied dieses Kreises und veröffentlichte gemeinsam mit C. G. Jung eine Einführung in das Wesen der Mythologie. Die Philosophie des Weins entstand 1945.

[6] Hamvas, Béla (1999) Ein Tropfen aus der Verdammnis in Silentium. Essays.Aus dem Ungarischen von Jörg Buschmann. Herausgegeben von Gerhard Wehr. Editio Marika Marghescu: Grafing. Auszüge aus den Seiten 64 – 67 .

Vgl. auch:

http://astridschollenberger.com/2015/02/24/fastenzeit/

[7] Otto, Rudolf [1917] (1947): Das Heilige. Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen. 26. -28. Aufl. Gotha: Klotz Verlag, S. 6

[8] Jung, Psychologie und Religion

[9] Jung, Psychologie und Religion

[10] Hamvas Philosophie des Weins

[11] Béla Hamvas, Wissenschaftsreligion und Religionswissenschaft. In Ders.: Kierkegaard in Sizilien. Essays. Batterien, 76. Berlin: Matthes und Seitz, S. 39-54

 

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Persönlichkeitsentwicklung und Chakrensystem 1

Kundalini-Erweckung

Das Chakrensystem ist eine archetypische Vorstellung von individueller Reifung in der Abfolge von sieben ausgeprägten Phasen. Die Chakras sind vertikal angeordnet, verlaufen vom Ende der Wirbelsäule bis zum Scheitel und weisen darauf hin, dass wir die Möglichkeit besitzen zur Höherentwicklung und zur persönlichen Vervollkommnung, in dem wir unsere je eigenen, „jemeinigen“ Aufgaben in der materiellen Welt annehmen und lösen.

Siehe auch: http://astridschollenberger.com/2015/02/07/von-der-wissenschaft-und-den-chakren/

Die Religionen des Ostens stellen sich die Lebenskraft, Kundalini als eine heilige Schlange vor. In abendländischen Kulturen verwenden Mediziner und Pharmazeuten den Äskulapstab als Symbol für ihre Zunft ebenfalls. Also da, wo es um Heilung und Heilsein geht, ist auch hier das Symbol noch anwesend.

Die „Schlangenenergie“ ist besonders dann aktiv, wenn ein neuer Mensch gezeugt wird und begleitet ihn bei seiner Entwicklung während der Schwangerschaft. Danach rollt sie sich ruhend am Ende der Wirbelsäule, in der Nähe des Steißbeins ein.

Nun gibt es aber die Situation, dass das „heilige Tier“ wieder erweckt wird durch einen Impuls. Dann beginnt der komplizierte Aufstieg der Energie durch verschiedene Energiekanäle, sogenannte Nadis[1] schlängelnd entlang der Wirbelsäule, hoch über den Mittelpunkt des Kopfes – da wo bei Kindern die Fontanelle sitzt. Der Aufstieg der Kundalini wird im indischen Kontext als Aufwärtsbewegung der Shakti, der weiblichen Energie betrachtet. Sie verschmilzt auf dem höchsten Punkt mit der männlichen Energie, dem Shiva-Lingam, dem Wesenskern. Danach setzt sich die Bewegung von diesem Zentrum, dem Kronenchakra aus fort – vorne über die Stirn, zurück in den Brustkorb und endet im Herzchakra. Dabei werden alle Chakren aktiviert und der Energiekörper unaufhörlich gereinigt bis die Verschmelzung stattgefunden hat.[2]

Dieser Prozess ist nicht mehr umkehrbar!

Die Chakren werden gerne symbolisch als Lotosblumen beschrieben. Nach dem Abschluss des Initiationsprozesses beginnen sich die Blüten mehr oder weniger zu öffnen. Dies ist ein vollkommen individueller Prozess, der nicht zwingend oder in einer vorgegebenen Reihenfolge erfolgt, sondern ist abhängig von den persönlichen Entwicklungsschritten.

Jedes Chakra verkörpert eine spirituelle Lektion des Lebens bzw. eine Herausforderung, die allen Menschen gemeinsam ist. Wenn ein Mensch ein Chakra meistert, gewinnt er Kraft und Selbsterkenntnis, die in seinen Geist integriert werden und ihn auf dem Weg zu spirituellem Bewusstsein, auf der klassischen Reise des Helden, weiterführen.

[1] Nadi ist ein Begriff aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie Ader, Kanal
[2]  
!Achtung!
Es kann bei diesen Prozessen auch zu heftigen Reaktion und Komplikationen kommen, insbesondere, wenn der Impuls nicht durch einen Meister/eine Meisterin oder einen Guru initiiert wird, der auch wirklich eine/r ist. Auch Hatha-Yoga-Übungen die zunehmend als Gymnastikersatz angewendet werden, können zu spontan Initiationen führen. Vergleiche dazu: Brucker, Karin (2010): Die Urkraft Kundalini. Phänomene erkennen. Symptome deuten. Transformation meistern. München: O. W. Barth

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Fastenzeit

Gespräche, Diskussionen, Beiträge in den Medien der vergangenen Tage nach Aschermittwoch haben mir den Eindruck vermittelt, dass der anstrengendste Verzicht in der Fastenzeit, der Verzicht auf das Fasten selbst ist.

Es ist scheinbar wie mit dem Arbeiten. Arbeitsvermeidungsstrategien sind in der Regel aufwendiger, als die Arbeit mal gerade eben gemacht zu haben. Man erfindet die tollsten Auslegung und Anregungen, was man denn noch alles Fasten könnte: Wein, Süßigkeiten, „Runtermache“… Wie erfrischend dagegen der folgende Textausschnitt:

„Im Waldhaus oben auf dem Berg richte ich mich auf das Fasten und Silentium ein. Abends um acht nehme ich noch ein leichtes Mahl zu mir. Gegen Mitternacht ist alles verdaut. Beginn des Fastens. Den ganzen nächsten Tag hindurch, bis zum dritten Tag nachmittags um vier. Insgesamt vierzig Stunden. Böhme sagt: Adam lebte vierzig Tage im Paradies, Israel irrte vierzig Jahre umher. Jesus war vierzig Tage in der Wüste, Christus lag vierzig Stunden im Grab. Deshalb habe ich die vierzig gewählt. Ich bin nicht religiös. Ich brauche das Ganze. Aber ich weiß, man tut gut daran, mit der Religion zu rechnen, denn das meiste an praktischer Weisheit allen menschlichen Wissens findet sich in der Religion. Während der vierzig Stunden spreche ich kein lautes Worte. Ich gehe still spazieren, körperliche Arbeit verrichte ich nicht, ich sitze lieber im Schatten und lese oder meditiere, und wenn ich das Bedürfnis verspüre, bete ich. Die rebellische Anmaßung des Magens beschwichtige ich von Zeit zu Zeit mir schwachsaurem Zitronenwasser. Morgens und abends sich waschen von Kopf bis Fuß. Einmal am Tage die Eingeweide ausspülen. Das ist alles.
Es verlangt mich nicht danach, Buße zu tun. Mich für etwas zu bestrafen. Keine Kasteiung. Keine Sentimentalität. […]
Ich entschied mich für Silentium und Fasten, weil ich den Sinn des bislang schwersten Jahres meines ohnehin nicht einfachen Lebens herausgefunden hatte und weil ich diesem Sinn nun ins Auge schauen wollte. Dazu bedurfte es der Ruhe und der Einsamkeit und des Fastens und des Waschens, bedurfte es einer Art Quarantäne, um den Lauf des Lebens zu verlangsamen, vielleicht sogar anzuhalten, und mir damit die Möglichkeit zu schaffen, besagten Sinn ganz zu erfassen.
Einsamkeit und Fasten sind ein magischer Zustand. Gewöhnlich ist das nicht bekannt. Die Furchtsamen und die Kleingläubigen lassen sogar einmalige religiöse Fastentage benommen über sich ergehen wie eine unbegreifliche Strafe und denken unterdessen unablässig ans Essen. Strenges Fasten im Gefängnis bei Wasser und Brot ist eine Qual. Selbst wenn es ursprünglich in Sinne des Gesetzes war, dem Sträfling durch Fasten Gelegenheit zu Einsicht und Bekehrung zu geben. Im übrigen genügen auch vierundzwanzig Stunden keineswegs, um eine Fastenstimmung zu erzeugen. Sie genügen nicht, damit der bei fortwährender Verdauung halbtrunkene menschliche Organismus ausnüchtert und die Fähigkeit zu höheren Sensibilität erlangt.
Wie ich schon sagte, ich bin nicht im mindesten okkult und ebensowenig religiös. Ich akzeptiere nur, was die Intelligenz im hellen Tageslicht betrachten kann. Die Abgeschiedenheit habe ich nur gewählt, weil ich weiß, daß ich allein in diesem magischen Zustand fähig bin, mich dem anzunähern, was ich verstehen möchte. In jener durch Einsamkeit und Fasten gesteigerten Sensibilität. Gehungert habe ich auch schon früher, gelegentlich aus freien Stücken, und ich erinnere mich sehr genau an jene lichten Augenblicke, die wieder und wieder blitzartig im Gemüt aufleuchten. Jetzt bedürfte ich dieser Augenblicke. Klarheit, Klarheit, von der man nie genug haben kann. Die Nahrung befriedigt nur zur einen Hälfte, zur anderen ruft sie Mangelgefühle hervor. Der Wunsch nach ständig sich erneuernder Erregung ist die andere Seite des Wohlgesättigtseins. Je mehr  man ohne Punkt und Pause zu sich nimmt, gleich ob von leiblicher oder geistiger Nahrung, desto mehr möchte man davon habe.
Im übrigen befand ich mich gerade in der Periode der Häutung. Da ist man faul und gelangweilt, verdorben und fade, man bringt die fast schon krebsschalenharte Haut zum Bersten, schlüpft gewissermaßen aus sich selbst heraus. Man hatte immer von sich gedacht, das bin ich. Aber nun stellt sich heraus, daß es nur eine Maske war, wie all die vorangegangenen auch. Die frische Haut ist wieder empfindlich geworden. Man erkennt es daran, daß der Normalzustand Verzückung ist. Nicht Sicht, sondern Vision. Nicht Realität, sondern Mirakulum. Nicht common sense, sondern Enthusiasmus. Alles Welke ist verschwunden. Frohsinn. Durch und durch magisch. Eine freie und bedingungslose Herrschaft auf niedrigem Niveau.
Die Seele ist das Kind des Feuers von zehntausend Häuten. Pyriapais myriodermatikos. Zehntausend Häute muß man  verlieren, ehe man zu sich selbst gelangt.“
Béla Hamvas (1999) Ein Tropfen aus der Verdammnis in Silentium. Essays.
Aus dem Ungarischen von Jörg Buschmann. Herausgegeben von Gerhard Wehr. Editio Marika Marghescu: Grafing. Auszüge aus den Seiten 64 - 67

Mehr Informationen zu Biografie und Geschichte von Béla Hamvas (gest. 1968), dem ungarischen Schriftsteller und Philosophen:

http://www.philosophie.uni-mainz.de/blondel/B%E9la_Hamvas.htm

 

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Innere Welten – Äußere Welten

Heute am 17. Februar 2015 wird in hinduistischen und yogischen Traditionen Mahashivaratri, die Nacht von Shiva gefeiert.

Zu diesem Anlass habe ich einen Film gefunden, der so schön ist und dabei die grundlegenden spirituellen und philosophischen Weisheiten zusammenfasst, dass ich ohne weitere Kommentare den Link dazu einstelle. Viel Freude bei schauen.

INNERE WELTEN – ÄUSSERE WELTEN

(Originaltitel: Inner Worlds – Outer Worlds )

https://www.youtube.com/watch?v=U9oewKWUUd8

(Inner Worlds – Outer Worlds )

https://www.youtube.com/watch?v=aXuTt7c3Jkg&list=PLzjY04MDetPtqW6tAsLYnZoFs1b967Sl_

Veröffentlicht am 23.04.2014

FILMINHALT
Wer möchte nicht den Aufbau des Universums entschlüsseln? In dem Meisterwerk des kanadischen Filmemachers, Musikers und Meditationslehrers Daniel Schmidt ist das Verständnis für das große Ganze greifbar nah. Wie kein anderer entführt er den Zuschauer in eine geheime Welt voller mystischer Symbole, die in allen Weltreligionen und Traditionen beschrieben werden. Die vier Abschnitte des Films widmen sich den Themen „Akasha“, „die Spirale“, „die Schlange & Lotusblüte“ sowie „Jenseits des Denkens“. Über diese universellen Kernthemen wird der Zuschauer in die Lage versetzt, sich mit der Quelle allen Seins zu verbinden. Der Film zeigt auf, dass in der Stille, im scheinbar leeren Raum, eine große Kraft verborgen liegt. Wenn der denkende Geist still ist, wird die Realität, jenseits aller Illusionen, sichtbar.
Dokumentarfilm, Kanada 2012
Länge: ca. 121 Minuten – FSK: keine Angaben
Ein Film von Daniel Schmidt
Regie / Produzent: Daniel Schmidt
Kamera / Schnitt: Daniel Schmidt and Eva Dametto
Musik / Ton: Vicki Hansen ( India Jiva) Daniel Schmidt, Stockmusic.net
Wasserklang-Bilder: Alexander Lauterwasser
Erzählstimme: Jock Cooper (english)
Verleih / Vertrieb: Daniel Schmidt (R.E.M. Publishing Ltd.)

 

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Die Farben des Lebens – weiß/violett

Auf dem felsigen Gipfel stellt sich dem rundum in die Ferne schweifenden Blick kein Hindernis in den Weg. Glasklar präsentiert sich die Atmosphäre.  Der Atem geht leicht trotz winterlicher Kühle. Tiefe Atemzüge weiten die Brust. Weit ist auch der Geist, ungetrübt von Sorgen und Not. Das Alltägliche blieb irgendwann beim Aufstieg auf der Strecke zurück.

Atemzug für Atemzug fließt Stille in jede einzelne Pore und verwischt die Grenzen von innen und außen und das Bewusstsein von linearer Zeit. Euphorie.  Der Raum ist weiß.

Das blendende Tageslicht weicht dem Lapislazuli der Nacht. Sterne explodieren in gold und weiß und fallen in violettem Regen zu Boden.

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.

Die Farben des Lebens – Blau und Blau

Gestern hat es geschneit. Nicht so leise und rieselig wie im Lied, dafür war es zu warm. Die Schneeflocken waren nass und schwer und klebten – gerade gut für Schneebälle und Schneemänner. Sehr schnell hatte sich eine weiße Decke über die Landschaft gelegt und die Stimmung völlig verändert. Selbst Geräusche wurden gedämpft. Es wollte aber niemand so recht nach draußen, obwohl es der erste Schnee in diesem Winter war. Möglicherweise lag es ja an den Gänsebraten und Plätzchen der gerade abgeschlossenen Feiertage.

Später sank die Temperatur, die Flocken wurden feiner und streuten noch einen Schneehauch fein wie Puderzucker über das dichte Weiß.

Das Wasser im Fluss war sehr ruhig und wirkte annähernd einfarbig – nämlich grau. Dieses Grau war aber noch licht und leicht im Vergleich zu der schweren dunklen Himmelsfront, die sich vom Horizont aus nach oben erstreckte.

Ganz anders der heutige Morgen. Die weiter sinkende Kälte in der Nacht hatte eine gläserne Hülle über die Schneedecke gelegt. Die Sonne am späten Vormittag brachte jedes einzelne Schneekristall zum Glitzern. Herrliche Kontraste bildeten die eleganten dunklen Schatten der Platanenstämme auf den Gehwegen. Die Sonne war der Inbegriff gleisenden Lichts. Wen konnte es da noch in den Stuben halten?

In der Nähe gibt es einen kleinen Kiesstrand, da wo der Fluss durch die Aue in seiner Mitte geteilt wird. In der wilden Weidenlandschaft des Ufers haben die Winterarbeiten der Landschaftsgärtner einige Baumstümpfe hervorgebracht, die jetzt zum Hinsetzen einladen. Aus dieser Perspektive war ein beeindruckendes Farbenspiel der Natur zu beobachten:

Der Himmel erstrahlte in einem atemberaubenden, elementaren, reinen Azur. Der Fluss reflektierte das  Himmelblau auf seiner Wasseroberfläche in einem dunklen Nachtblau. Das Sonnenlicht streute funkelnde Diamanten über den Wasserspiegel, die wie Sterne am Nachthimmel glitzerten.

Nachtblau und Diamanten 3

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.

Von der Wissenschaft und den Chakren

Die Wissenschaft arbeitet mit theoretischen Modellen z.B in der Naturwissenschaft zur Darstellung von Atomstrukturen, das Eierblasenmodell oder in den Geistes- und Sozialwissenschaften die Kommunikationsmodelle z.B. Symbolischer Interaktionismus

Aufgrund einiger bekannter Daten wird auf mögliche Zusammenhänge geschlossen, um damit Beobachtungen erklären zu können. Man gibt diesem Phänomen einen Namen, das sind dann wissenschaftliche Begriffe. Stehen Begriffe in größeren Zusammenhängen und weben komplexe System werden sie von der wissenschaftlichen Gemeinschaft kommuniziert, diskutiert und als wahr betrachtet, solange bis ihr Gegenteil bewiesen wird oder sich ein anderes Modell aufgrund von weiteren Erkenntnissen als geeigneter erweist. Komplexe Modelle werden Theorien genannt, z.B. Albert Einsteins Relativitätstheorie oder George Herbert Mead’s Sozialbehaviorismus. Häufig werden aus Theorien messbare Fakten, die dann wieder neue Annahmen generieren können.

Das wissenschaftliche Paradigma der experimentellen Wiederholbarkeit verliert in manchen wissenschaftlichen Disziplinen an Vehemenz, weil die Versuchsanordnungen so kompliziert, aufwendig und teuer sind, dass ein einmal überhaupt aufgewiesenes Phänomen als Bestätigung von theoretischen Ansätzen genügt. Zum Beispiel Forschungen zum Verhalten von atomaren Teilchen des CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire), der Europäische Organisation für Kernforschung im Kanton Genf in der Schweiz.

Es gibt außerhalb der universitären Wissenschaften vergleichbare Vorgänge.

Chakra[1] ist ein Begriff zu empirisch beobachtbaren Phänomenen, selbst wenn die höchsten Stufen von nur wenigen erfahren werden. Die komplexen Zusammenhänge werden in Theorien indischer Lehren wie dem Yoga formuliert und kommuniziert und in verschiedenen Disziplinen angewendet. Später wird zu sehen sein, dass auch in den christlichen Traditionen Parallelen zu finden sind.

Ähnlich wie westliche Naturwissenschaft und Medizin der Akupunktur anfangs ablehnend begegneten und dem Reich der Phantasie oder bestenfalls als Placebo gelten ließen, verhält es sich mit diesen Phänomenen (…obwohl der Placebo und seine Wirkungsweisen wahrscheinlich das am besten bekannte und getestete pharmazeutische Produkt ist und eigentlich viel eher seine Wirkkraft beweist als das Gegenteil, aber das nur am Rande).

Chakras/Chakren sind energetische, schwingende, Resonanz erzeugende Zentren des menschlichen Energiefeldes. Knotenpunkte bzw. Schnittstellen innerhalb eines komplizierten elektrischen/elektronischen Systems. Alles, was lebt, pulsiert mit Energie. Diese Energie enthält Informationen. Es überrascht nicht, dass die Anhänger von alternativen oder ergänzenden Heilmethoden diese Vorstellung akzeptieren oder sogar einige Quantenphysiker die Existenz eines feinen elektromagnetischen Feldes anerkennen, das durch körpereigenen Prozesse generiert wird. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der menschliche Körper Energie produziert, weil lebendes Gewebe Energie produziert.

Der stoffliche Körper ist von einem Energiefeld umgeben, das sich so weit ausdehnt wie die ausgestreckten Arme und über die volle Länge des Körpers reicht. Dieses Energiefeld ist sowohl Informationszentrum als auch ein höchst sensibles Wahrnehmungssystem. [2] „Die Religionen des Ostens lehren, dass der menschliche Körper sieben Energiezentren besitzt.“[3]

Sind diese Zentren aktiv können sie Schwingungen/ Frequenzen/ Resonanzen senden und empfangen. Es entsteht Kommunikation. Wie selbst bei den einfachsten Kommunikationssystemen gibt es Sender und Empfänger. Aktive Chakren sind spürbar/sichtbar, wenn die Frequenzen aufeinander stimmen und empfangen bzw. wahrgenommen werden können. „Resonanzphänomene ‚kommunizieren‘ durch dieses System ständig mit allem um uns herum – es ist eine Art bewusste Elektrizität, die Botschaften von den Körpern anderer Menschen erhält und an sie überträgt. Diese Botschaften sind das, was Intuitive wahrnehmen.“[4]

Jedem, der sieben Chakren wohnen allgemein gültige Eigenschaften inne, die aber in einzigartiger Weise in jedem Menschen entwickelt sind z.B. spezifische Farben. Die Chakren bilden Brennpunkte im feinstofflichen Körperbereich. Die Farben der vertikal an der Wirbelsäule aufsteigend angeordneten Zentren entsprechen den Farben des Regenbogens, den Spektralfarben in der Malerei und strahlen ihre Farben nach außen ab. Jedes Chakra schwingt in einer bestimmten Farbe, die jeweils von Mensch zu Mensch und aufgrund unterschiedlicher Zustände verschiedene Schattierungen einnehmen können.

Umgekehrt wirken Farben von außen nach innen auf diese Zentren. Die Psychologie berichtet seit langem darüber – so dass es schon fast wie eine abgegriffene Redensart klingt – dass die jeweiligen Farben bestimmte Wirkungen auslösen z.B. Rot Energie, Aggressivität und Sexualität anregt und Blau die kühle, geistig klare Ausgeglichenheit befördert.

Jedes Zentrum umfasst besondere Eigenschaften und enthält universelle Lehren und Übungen, die jeweils Stufen von Persönlichkeitsentwicklung sind.

Die Beiträge zu „Die Farben des Lebens“ beschreiben/berichten über kommunikative Farb-Resonanz-Situationen.

 

[1] Chakra: Substantiv, Neutrum – nach indischer Lehre eines der (sieben) Zentren spiritueller Kraft im menschlichen Körper, aus sanskritisch cakrá = Rad; das Chakra; Genitiv: des Chakra[s], Plural: Chakras und Chakren [http://www.duden.de/rechtschreibung/Chakra] 07.02.2015, 9:12

[2] Vgl. Caroline Myss, Chakren, S.57

[3] Caroline Myss, S.102

[4] Caroline Myss, Chakren, S.57

 

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Die Farben des Lebens – Grün

Die Wiesen standen hoch. Weißblühende Dolden von wilder Möhre und Fenchel tanzten federnd über dem satten Grün der Gräser, bewegt durch einen sommerlichen Wind. Irgendwo dazwischen wuchsen vereinzelt ein paar Schierlingspflanzen.

Oben, vom Felsen herab, hingen Ranken wilder Rosen mit zart rosa Blüten. Der Eingang der Höhle wurde von Brombeerhecken geschützt.

Ein schmaler Gang führte über Geröll tiefer in das Innere. Nachdem sich die Augen an das Dunkel gewöhnt hatten, ging es tastend, aber leicht gebückt gut voran. Es war zugig.

Als der Weg sich schließlich weitete, führte er in einen fast kreisrunden Raum. Ein tiefer Atemzug hob die Brust während der Nacken sich wieder entspannte. Das dämmrige Licht war heller als zuvor und die Luft roch frühlingshaft frisch wie nach einem Platzregen.

Gegenüber, wenige Schritte weiter, quoll Wasser aus der zerklüfteten Wand hervor und bildete ein dünnes Rinnsal. Es sammelte sich in einem kleinen natürlichen Becken. Dichte Polster aus Moos bedeckten die rund gewaschenen Steine.

Von einer Lichtquelle erhellt, schimmerte die Nische grün wie ein Smaragd.

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.

Die Farben des Lebens – Orange

Die Tage waren noch sonnig und mild, aber der erste Frost war bereits über das Land gezogen. An diesem Morgen lagen nicht wie zuvor nur Nebelschleier über den Wiesen, die Grünflächen waren fast gar nicht zu sehen, so dicht war der Nebel.

Samtige Feuchte hüllte alle Bäume und Sträucher ein. Der Fluss war bloß zu erahnen und selbst das tiefe Röhren der Schiffssirenen war gedämpft und klang entfernt.

Ein kräftiger Herbstwind hatte die Blätter aus den Kronen geschüttelt. Überall auf dem Weg verteilt lag eine dicke, luftig leichte Decke aus buntem Orange.

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.