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Die Farben des Lebens – Blau und Blau

Gestern hat es geschneit. Nicht so leise und rieselig wie im Lied, dafür war es zu warm. Die Schneeflocken waren nass und schwer und klebten – gerade gut für Schneebälle und Schneemänner. Sehr schnell hatte sich eine weiße Decke über die Landschaft gelegt und die Stimmung völlig verändert. Selbst Geräusche wurden gedämpft. Es wollte aber niemand so recht nach draußen, obwohl es der erste Schnee in diesem Winter war. Möglicherweise lag es ja an den Gänsebraten und Plätzchen der gerade abgeschlossenen Feiertage.

Später sank die Temperatur, die Flocken wurden feiner und streuten noch einen Schneehauch fein wie Puderzucker über das dichte Weiß.

Das Wasser im Fluss war sehr ruhig und wirkte annähernd einfarbig – nämlich grau. Dieses Grau war aber noch licht und leicht im Vergleich zu der schweren dunklen Himmelsfront, die sich vom Horizont aus nach oben erstreckte.

Ganz anders der heutige Morgen. Die weiter sinkende Kälte in der Nacht hatte eine gläserne Hülle über die Schneedecke gelegt. Die Sonne am späten Vormittag brachte jedes einzelne Schneekristall zum Glitzern. Herrliche Kontraste bildeten die eleganten dunklen Schatten der Platanenstämme auf den Gehwegen. Die Sonne war der Inbegriff gleisenden Lichts. Wen konnte es da noch in den Stuben halten?

In der Nähe gibt es einen kleinen Kiesstrand, da wo der Fluss durch die Aue in seiner Mitte geteilt wird. In der wilden Weidenlandschaft des Ufers haben die Winterarbeiten der Landschaftsgärtner einige Baumstümpfe hervorgebracht, die jetzt zum Hinsetzen einladen. Aus dieser Perspektive war ein beeindruckendes Farbenspiel der Natur zu beobachten:

Der Himmel erstrahlte in einem atemberaubenden, elementaren, reinen Azur. Der Fluss reflektierte das  Himmelblau auf seiner Wasseroberfläche in einem dunklen Nachtblau. Das Sonnenlicht streute funkelnde Diamanten über den Wasserspiegel, die wie Sterne am Nachthimmel glitzerten.

Nachtblau und Diamanten 3

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.

Die Farben des Lebens – Grün

Die Wiesen standen hoch. Weißblühende Dolden von wilder Möhre und Fenchel tanzten federnd über dem satten Grün der Gräser, bewegt durch einen sommerlichen Wind. Irgendwo dazwischen wuchsen vereinzelt ein paar Schierlingspflanzen.

Oben, vom Felsen herab, hingen Ranken wilder Rosen mit zart rosa Blüten. Der Eingang der Höhle wurde von Brombeerhecken geschützt.

Ein schmaler Gang führte über Geröll tiefer in das Innere. Nachdem sich die Augen an das Dunkel gewöhnt hatten, ging es tastend, aber leicht gebückt gut voran. Es war zugig.

Als der Weg sich schließlich weitete, führte er in einen fast kreisrunden Raum. Ein tiefer Atemzug hob die Brust während der Nacken sich wieder entspannte. Das dämmrige Licht war heller als zuvor und die Luft roch frühlingshaft frisch wie nach einem Platzregen.

Gegenüber, wenige Schritte weiter, quoll Wasser aus der zerklüfteten Wand hervor und bildete ein dünnes Rinnsal. Es sammelte sich in einem kleinen natürlichen Becken. Dichte Polster aus Moos bedeckten die rund gewaschenen Steine.

Von einer Lichtquelle erhellt, schimmerte die Nische grün wie ein Smaragd.

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Die Farben des Lebens – Orange

Die Tage waren noch sonnig und mild, aber der erste Frost war bereits über das Land gezogen. An diesem Morgen lagen nicht wie zuvor nur Nebelschleier über den Wiesen, die Grünflächen waren fast gar nicht zu sehen, so dicht war der Nebel.

Samtige Feuchte hüllte alle Bäume und Sträucher ein. Der Fluss war bloß zu erahnen und selbst das tiefe Röhren der Schiffssirenen war gedämpft und klang entfernt.

Ein kräftiger Herbstwind hatte die Blätter aus den Kronen geschüttelt. Überall auf dem Weg verteilt lag eine dicke, luftig leichte Decke aus buntem Orange.

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.

„Vom Wesen der Stimmungen“

Stimmungen sind dadurch charakterisiert, dass sie den Menschen gleichmäßig durchziehen und „allen seinen Regungen eine bestimmte, eigentümliche Färbung“ verleihen.  Es sind „Grundbefindlichkeiten“.

Demgegenüber sind Gefühle stets auf einen bestimmten Gegenstand intentional bezogen. Sie sind gerichtet. „Jede Freude ist Freude über etwas …“. In diesem Sinne ist auch die Furcht im Gegensatz zur Angst ein Gefühl oder ebenso die Freude im Gegensatz zur Fröhlichkeit. Gefühle sind bereits höhere Leistungen, die aus dem Untergrund der Stimmung hervorgebracht wurden.

Selbst und Welt sind einheitlich gestimmt. Einer Landschaft oder einem Wohnraum sagt man eine bestimmte Stimmung nach und meint damit  „das gemeinsame, Mensch und Welt zusammen umgreifende Durchzogensein von einem bestimmten Stimmungsgehalt.“Außer Seele und Welt ist der Körper als Leib in diese Einheit ebenfalls mit hineinverwoben.

 

Otto Friedrich Bollnow (* 14. März 1903 in Stettin; † 7. Februar 1991 in Tübingen) war der erste Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik und Philosophie als die Johannes Gutenberg-Universität 1946 nach dem Krieg erstmals unter französischer Besatzung wieder eröffnet worden war. Seine Arbeit vom „Wesen der Stimmungen“ hat er geschrieben zum Teil als eine Auseinandersetzung mit der akademischen Schrift von Martin Heidegger „Sein und Zeit“.

Bereits seit 1941 arbeitete Bollnow an einer methodischen Systematik. Aus der Befürchtung heraus den Krieg nicht zu überleben, ist das Buch quasi als „philosophisches Testament“ verfertigt worden.

Bollnow ist sich einig mit Heidegger, dass die Stimmung „als die der Spaltung zwischen Mensch und Welt vorausliegende ursprüngliche Einheit“ zu sehen ist.

Aus der Stimmungslage heraus werden alles Auffassen und Erleben und damit alle höheren Leistungen wie z.B. die Wahrnehmung vorgerichtet. Bollnow formuliert die Existenziale von Gestimmtheit und Verstehen folgendermaßen:

„In jeder Stimmung ist die Welt schon in einer ganz bestimmten Weise ‚ausgelegt’, und durch diese ursprüngliche Auslegung des Lebens und der Welt in der Stimmung wird alles Verstehen im Vorhinein schon geleitet.“

Weiterführende Literatur:
Otto Friedrich Bollnow (1941) Das Wesen der Stimmungen. Frankfurt/Main: Klostermann
Otto Friedrich Bollnow (1983) Otto Friedrich Bollnow im Gespräch. Hrsg. Von Hans-Peter Göbbeler und Hans-Ulrich Lessing. Mit e. Vorwort von Frithjof Rodi. Freiburg i.Br./München: Verlag Karl Alber
Astrid Schollenberger (2003) Grundzüge einer Philosophie der Hoffnung. Die Bedeutung der Krise im philosophischen und pädagogischen Denken von Otto Friedrich Bollnow, London, Turnshare Ltd.
http://turnshare.com/index.php/buchshop/product/38-grundzuege-einer-philosophie-der-hoffnungdie-bedeutung-der-krise-im-philosophischenund-paedagogischen-denken-von-otto-friedrich-bollnow

 

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Die Farben des Lebens – Gelb

An verschiedenen Stellen waren tiefe Furchen in die lehmige Erde gefahren, an deren Grund schwarze und graue Steine in die Wasserpfütze ragten.

Tautropfen hingen an den spitzen Enden der Gräser oder sammelten sich zu dicken Wasserperlen in den großen Blättern der Wildkräuter am Wegrand.

Rechts und links unter dem jungen Grün der Buchenzweige huschten lichte Sonnenflecken einen morgendlichen Tanz.

Nach der Wegbiegung öffnete sich der Wald in eine weite Ebene. Bienen sammelten laut summend Nektar – ein Rapsfeld stand in voller Blüte. Der Blick verlor sich in einem Meer von sonnengelb.

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Der Titel dieses Beitrages geht auf eine Anregung in einem Blog zurück.

 

Die Farben des Lebens – Rot

Das gegrillte Fleisch auf dem Lagerfeuer war gegessen. Ein paar Reste vermischten sich mit Laub und Asche und Erde.

Von den gepflückten Erdbeeren am Waldrand hing noch die Erinnerung in der rechten Nasennebenhöhle.

Die Abendsonne hatte ihren letzten Strahl über die sanften Hügel gegenüber gestreichelt. Sie zog sich zur Nachtruhe zurück in warmes Rot.

Während rundum die Farben in die Erde sanken, knackten die letzten Holzscheite in der kirschroten Glut.

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Der Titel dieses Beitrages stammt nicht von mir, sondern geht auf eine Anregung aus einem Blog zurück.